Das 36. DOK.fest München 2021 findet online statt

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© DOK.fest München 

Eigentlich war es geplant das die diesjährige Ausgabe als Hybridvariante stattfindet, doch auch wie im letzten Jahr, hat auch hier Corona ein strich durch die Rechnung gezogen. Das Festival findet vom 05.05. bis zum 23.05. rein Online auf der digitalen Leinwand statt.

Festivalleiter Daniel Sponsel: „Wir sind uns unserer vielfältigen Verantwortung bewusst: Einerseits wollen wir unbedingt zurück in die Kinos. Das Team hat mit großem Engagement und hohem Aufwand eine duale Edition vorbereitet. Andererseits hat sich die Situation wieder verschlechtert und wir stehen dabei in einer gesellschaftlichen Pflicht. Bis Mitte April sind wir im Lockdown, es gibt Reisebeschränkungen, und die weiteren Prognosen stimmen uns nicht optimistisch. Selbst wenn es Anfang Mai möglich sein sollte, Kulturveranstaltungen stattfinden zu lassen, ist es angesichts des nötigen zeitlichen Vorlaufs, der logistischen Herausforderungen und der Kosten nicht mehr möglich, ein Festival zu organisieren, das den hohen Erwartungen gerecht wird. Wir präsentieren unser Programm deshalb online auf der digitalen Leinwand: sehenswerte, wichtige Filme, Begegnungen mit den Filmemacher.innen sowie interaktive Events und Preisverleihungen.“

Beim 36. DOK.fest München @home laufen 130 der besten internationalen Dokumentarfilme des Jahres. In vier großen Wettbewerben konkurrieren die Höhepunkte des internationalen Filmschaffens, insgesamt werden 16 Preise verliehen. 

Gastland: Kanada

Die Gastlandreihe zeigt sieben Dokumentarfilme aus und über Kanada, ein Landzwischen Megacities und indigener Kultur, zwischen Liberalismus und Monarchie. Der Traum von Freiheit, aber auch seine Widersprüche haben Kanada stark geprägt. Die Reihe macht die Spannungen hautnah erfahrbar, aber auch die Dynamik dieser Nation. Die Filme drehen sich um den Kampf der First Nations um Anerkennung, um Proteste gegen Polizeigewalt in Calgary, um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche, den langen Weg von Ex-Häftlingen zurück in die Gesellschaft, um Feminismus und starke Frauen sowie um Visionen einer Stadt der Zukunft. Die Gastlandreihe ist Teil von Kanadas Kulturprogramm als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2020/21 und wird unterstützt durch das Canada Council for the Arts, Telefilm Canada und die Regierung von Kanada. 

Hommage

Eine Hommage widmet sich der tschechischen Filmemacherin Helena Třeštíková. Die Meisterin der Langzeitbeobachtung taucht in ihren Filmen tief in private Universen ein. Das Leben der Anderen wirft auf das eigene Leben zurück, auf die eigenen kleinen Dramen und großen Augenblicke. Helena Třeštíkovás Filme schärfen den Blick für die wichtigen Details, oft schärfen sie den Blick für das Glück. Als „Zeitraffer-Filmemachen“ hat sie selbst einmal ihre Arbeitsweise beschrieben, und stets spiegelt und bricht sich in ihren Filmen auch die Zeitgeschichte. Im Rahmen der Hommage präsentiert das DOK.fest München Filme aus verschiedenen Schaffensphasen der Regisseurin, darunter MARRIAGE STORIES (1987/2005), MALLORY (2015) sowie FORMAN VS. FORMAN (2019) über den großen tschechisch-amerikanischen Filmemacher Milos Forman.

Das Festivalprogramm und den Ticketvorverkauf finden Sie ab Ende April 

Martin Lorenz ist det Gründer von kinovent. Er schreibt die Artikel und Moderiert die Social Media wie Facebook und Twitter.