Oliver Baumgarten verlässt das Filmfestival Max Ophüls Preis

Oliver Baumgarten verlässt das Filmfestival Max Ophüls Preis
41. Filmfestival Max Ophüls Preis 2020 - Programmleiter Oliver Baumgarten. Foto: ffmop / Oliver Dietze

Wie das Festival in einer Pressemitteilung bekannt gab, wird der Künstlerische Leiter des Filmfestivals Max Ophüls Preis, Oliver Baumgarten, seinen Vertrag nach der 43. Ausgabe (16.-23.01.2022) nicht verlängern und sich neuen Aufgaben im Filmbereich zuwenden.

Festivalleiterin Svenja Böttger dazu: „Mit großem Bedauern werden wir Oliver nach der nächsten Ausgabe verabschieden müssen. Mit seinem unerschöpflichen Wissen über und seiner Leidenschaft für den Film und den Filmnachwuchs wird er einschließlich der nächsten Ausgabe acht Festivalausgaben mitgestaltet haben. Wir schätzen sein großartiges Gespür für die Filmauswahl und den jeweiligen filmischen Zeitgeist. Ich kann nur sagen, wir werden ihn im Team als tollen Kollegen und als engagierten Filmexperten sehr vermissen. Ich bin Oliver immens dankbar für sein Engagement, seine besonnene Art, seine Visionen und seine Kompetenz. Gemeinsam haben wir fünf tolle Ausgaben gestaltet und werden auch die kommende sechste unter den erschwerten Bedingungen gemeinsam meistern. Wir hoffen, dass er dem Festival immer verbunden bleiben wird und wünschen ihm für seine neuen Ideen und kommenden Aufgaben das Allerbeste.“

Oliver Baumgarten: „Das FFMOP ist ein grandioses Festival mit viel Potenzial, fantastischem Team und enormer Lebendigkeit. Zur Lebendigkeit gehört aber immer auch Veränderung, um neuen Ideen Raum zu geben. Ich habe die Branche aus vielen verschiedenen Perspektiven kennengelernt. Jetzt ist es für mich Zeit, nochmal eine neue einzunehmen. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge – aber definitiv im Moment, da es am schönsten ist. Mein Dank gilt allen, mit denen ich das Festival gemeinsam gestalten durfte und freue mich auf die noch ausstehende 43. Ausgabe.“

Unter der Programmleitung Oliver Baumgartens entstand unter anderem die Showcase-Reihe für den europäischen Filmnachwuchs, und es erfolgte die komplette Neuausrichtung der Nebensektionen mit den Reihen MOP-Watchlist und MOP-Shortlist sowie die klare Fokussierung der Wettbewerbskategorien auf die Bandbreite des filmischen Schaffens im aktuellen Nachwuchsjahrgang. Im Branchenbereich zeichnete er verantwortlich für die Konzeption und Umsetzung des Ko-Produktionstreffens MOP-Meetings. Gemeinsam mit Festivalleiterin Svenja Böttger entstand ein erneuter intensiver Kontakt mit der Ophüls-Familie, und zuletzt trotzte das Leitungsduo den Widrigkeiten der Corona-Pandemie und konzipierte ein den Umständen angepasstes, innovatives Online-Konzept.

Vor seiner Tätigkeit beim Filmfestival Max Ophüls Preis war der studierte Film- und Fernsehwissenschaftler Mitgründer des Filmmagazins „Schnitt“ und dort bis 2010 als Chefredakteur tätig. Zudem veranstaltete er über 15 Jahre lang mit „Filmplus“ das europaweit einzige Filmfestival für Filmschnitt und Montagekunst. Baumgarten arbeitete mit bedeutenden filmkulturellen Institutionen zusammen wie etwa der European Film Academy, den Internationalen Filmfestspielen Berlin, dem Zurich Film Festival und der Film- und Medienstiftung NRW. Mit SOFA – School of Film Advancement veranstaltet er außerdem ein Trainings- und Workshop-Programm für europäische Filmvermittler·innen, das seit 2013 in Polen, Georgien und Litauen stattfindet. Zudem agiert Baumgarten u.a. als Juryvorsitzender der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) sowie als Jurymitglied für den Deutschen Kurzfilmpreis und leitete von 2004-2020 das gemeinsam von Berlinale Talents, Goethe-Institut und FIPRESCI veranstaltete Filmkritiker-Nachwuchsprogramm „Talent Press

Martin Lorenz ist det Gründer von kinovent. Er schreibt die Artikel und Moderiert die Social Media wie Facebook und Twitter.

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