Starkes queeres Kino aus Indien – online für alle

Starkes queeres Kino aus Indien – online für alle

Vom 21. bis 25. Juli findet das 18. Indisches Filmfestival Stuttgart Online statt. Gleich der Eröffnungsfilm ‚The Great Indian Kitchen‘ von Jeo Baby greift das Schwerpunktthema des 18. Indischen Filmfestival Stuttgart auf: Eine emanzipierte Inderin erlebt durch ihre Heirat in eine höhere Kaste zwar einen gesellschaftlichen Aufstieg; doch ihre bisherigen Werte und Ideale zählen plötzlich nichts mehr. Mit dem Spielfilm, in dem es um Berge von Hausarbeit und ungewohnte Traditionen geht, startet Europas größtes indisches Filmfestival am Mittwoch, 21. Juli 2021, ab 12 Uhr. Der Film wird am Sonntag, 25. Juli 2021 im Festivalprogramm wiederholt.

Mit zwei Vorstellungen wagt sich das Festival zudem ins Stuttgarter Cinema Kino, und zwar am Samstag, 24. Juli 2021. Ab 18.00 Uhr laufen die Doku ‚Berlin to Bombay‘ von Marco Hülser und Daniel Popat, beide von der Filmakademie Baden-Württemberg, und der Kurzfilm ‚Rettai Jadai – Das Mädchen mit den roten Schleifen‘ von Franziska Schönenberger und ihrem Ehemann Jay Subramanian aus München. Die vier Filmschaffenden werden anwesend sein. Ab 20.30 Uhr darf sich das Publikum auf den Spielfilm ‘Illiralare Allighe Hogalaare – Can neither stay here nor journey beyond’ von Girish Kasaravalli freuen, ein Leinwandwerk, das das Zeug zum Filmklassiker hat.

Dokumentarfilme über mutige Frauen

Das Stuttgarter Filmfestival stellt in der Kategorie Dokumentarfilm zahlreiche mutige Frauen vor: In ‚A Rifle And A Bag‘ von Arya Rothe, Cristina Hanes und Isabella Rinaldi rufen Frauen ein Aussteigerprogramm für ehemalige Mitglieder der maoistisch geprägten Guerilla-Bewegung Naxaliten ins Leben. Der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm ‚Ritu goes Online‘ von Vrinda Samartha porträtiert die einfache Hausfrau Ritu Kaushik aus Neu-Delhi, die hart kämpfen musste, bis sie 2016 ihr Label Ritupal Collection für Taschen auf dem in Indien verbreiteten Internetportal Flipkarts gründen konnte. Die Doku ‚Watch over me‘ von Farida Pacha schildert den Alltag in einer Palliativbetreuung in Neu-Delhi.

Filme für LGTBQ-Community

Gleich drei Filme im Programm des 18. Indischen Filmfestival Stuttgart sprechen die LGTBQ-Community an: Im Kurzfilm ‚Sheer Qorma‘ des indischen Gay-Aktivisten Faraz Arif Ansari geht es um mutige muslimische, queere Women of Colour. Die Regisseurin Rukshana Tabassum stellt in ‚Dammy‘ einen Witwer vor, der eine Geschlechtsumwandlung plant, weil er nicht Daddy, sondern Mummy für seine Kinder sein will. Und im queeren Sci-Fi-Thriller ‚Manny‘ von Dace Puce spielt Sonal Sehgal eine Autorin, die an einem autobiografischen Roman arbeitet, während sie mit ihrer Identität als heimlich homosexuelle Frau ringt. Dabei wird sie von ihrem Sprachassistenten in Geiselhaft genommen.

Der Festivalpass

18 Euro kostet der Festivalpass, der vom 22. bis 25. Juli 2021, gilt. Für den Eröffnungsfilm der Mittwochvorstellung, 21. Juli 2021 (von 12.00 Uhr bis 23.59 Uhr) muss ein Einzelticket gekauft werden. Der Eröffnungsfilm läuft nochmals am Sonntag, 25. Juli 2021. Das ganze Programm, der Pass- und Ticketverkauf sowie alle Filme über www.indisches-filmfestival.de Förderer und Sponsoren des Indischen Filmfestival Stuttgart sind unter anderem der Stuttgarter Unternehmer und Honorarkonsul für die Republik Indien für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, Andreas Lapp, sowie das Land Baden-Württemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart, die mit dem indischen Mumbai eine Städtepartnerschaft pflegt.

Martin Lorenz ist det Gründer von kinovent. Er schreibt die Artikel und Moderiert die Social Media wie Facebook und Twitter.

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