Filme, die die Welt anders zeigen: GEGENkino Festival

Filme, die die Welt anders zeigen: GEGENkino Festival

Vom 26. August bis zum 5. September findet dieses Jahr, Pandemie bedingt etwas später, das #7 GEGENkino Festival statt. Diese Jahr zeigen die Veranstalter neben Festivalperlen der letzten Jahre – „The Twentieth Century“, „Ham On Rye“, „This Is Not A Burial, It’s A Resurrection“, „Krabi, 2562“ – eine Deutschlandpremiere mit der Vertonung des Weimarer Horrorklassikers durch die kolumbianische Soundkünstlerin Lucrecia Dalt. Zudem erwarten die Besucher/-innen drei thematisch angelegte Programmschwerpunkte.

Natürlich ist GEGENkino eigentlich kein Protest gegen Kino selbst, sondern gegen die üblichen Strickmuster der Mainstream-Filme, die immer wieder nach ähnlichen Stereotypen ablaufen, aber die Chancen des filmischen Sehens meistens auf „Effekte“ reduzieren.

Das GEGENkino-Festival ist ein seit 2014 jährlich stattfindendes, internationales Filmfestival in Leipzig, dessen Anliegen die Veranstalter so beschreiben: „Kollektiv arbeitend und von cinephiler Leidenschaft getrieben, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Film auf seine ästhetischen Ausdrucksmöglichkeiten hin zu befragen, übersehene Schätze des Weltkinos nach Leipzig zu bringen, widerständigen Positionen und marginalisierten Narrativen oder Projekten Raum auf der Leinwand zu bieten. Unser Ziel ist es festgefahrene Sehgewohnheiten mit ungewöhnlichen Wahrnehmungen herauszufordern.“

Made in Hongkong

Historische wie aktuelle Filme (analog und digital), die der Entstehung und Erschütterung einer nationalen Identität nachspüren – in vier exemplarischen Werken der vergangenen vier Dekaden. Mit von der Partie sind u. a. die zeitgenössisch einflussreichen Genrefilmer Tsui Hark und Johnnie To. Das Ganze wird von dem Sinologen/Filmwissenschaftler Clemens von Haselberg (Universität Köln) kontextualisiert.

A Contraluz – Im Gegenlicht

Eine Reihe zum gegenwärtigen, spanischen Independent-/Experimentalfilm (mit Gästen), kuratiert in Zusammenarbeit mit Ricardo Apilanez. Wir zeigen etwa die intime Inszenierung von Oliver Laxes „O Que Arde“, die bei den Festspielen von Cannes Premiere feierte und prämiert wurde: die Geschichte einer Mutter-Sohn-Beziehung inmitten einer feindseligen Umgebung.

Dazu die kraftvolle Inszenierung von Eloy Encisos hochpolitischem „Longe Noite“, die mit literarischen Texten und Aussagen von Zeitzeug/-innen arbeitet: eine komplexe und unkonventionelle Vision der ersten Jahre der Franco-Diktatur. Darüber hinaus präsentieren wir mit „De Los Nombres DE Las Cabras“ und „My Mexican Bretzel“ Filme, die den Pfad in Richtung Essay einschlagen.

Erstgenannter, von Silvia Navarro und Miguel Morales inszenierter Film stellt ein bezwingendes filmisches Argument dar, das sich Film- und Tondokumente unterschiedlicher Herkunft zunutze macht und Strategien der Repräsentation, Manipulation sowie kultureller Dominanz reflektiert.

Nuria Giménez‘ „My Mexican Bretzel“, Gewinnerin des Found Footage Award beim Rotterdam Film Festival, kombiniert eigentlich Disparates: ein geschriebenes und ein gefilmtes Tagebuch über die Beziehung eines Paares im erschütternden Wirbelwind sozialer und privater Transformationen der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Zum Abschluss des Programms wird Regisseur Eloy Enciso an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig eine Meisterklasse geben, in der er u. a. über den Entstehungsprozess von „Longa Noite“ spricht.

Bruchstellen

Die drei historischen (und dokumentarischen) Positionen werfen den Blick auf Wendeschicksale in der kollabierten DDR, Lettland und Moldawien. Mit dabei u. a. „Is It Easy To Be Young?“ (UdSSR-Kassenschlager: 28 Millionen Zuschauer/-innen), der Aufnahmen eines Rockkonzerts zeigt, in dessen Anschluss jungendliche Delinquenten einen Zug demolieren und dafür in einem Schauprozess abgeurteilt werden. Kontextualisiert werden die Filme von der Filmwisschenschaftlerin und -kritikerin Elina Reitere.

Tickets

Die Tickets für das GEGENkino 2021 sind in den jeweiligen Spielstätten erhältlich. (UT Connewitz, im Luru Kino in der Spinnerei, in der Schaubühne Lindenfels, im Sommerkino auf Conne Island und in der Plagwitzer Markthalle)

Karten für die einzelnen Filmvorführungen könnt ihr in den jeweiligen Kinos an der Abendkasse erwerben. Reservierungen sind in ebenfalls in den einzelnen Locations zu tätigen.

Bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises gewähren sie Studierenden, Menschen mit Behinderung, Arbeitslose*r und Rentner*in Ermäßigung.

Es werden auch Fünferkarten an der Abendkasse verkauft.
Die Preise hierfür sind 25 Euro (voll) und 20 Euro (ermäßigt).

Martin Lorenz ist det Gründer von kinovent. Er schreibt die Artikel und Moderiert die Social Media wie Facebook und Twitter.

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